Aufsuchende Familientherapie

Die aufsuchende Familientherapie ist ein flexibles und ambulantes Angebot in der Jugendhilfe, im Rahmen der Hilfen zur Erziehung gem. § 27 SGB VIII. Familien haben oftmals viele Herausforderungen zu meistern. Wenn Fehlentwicklungen oder Konflikte lange andauern, verschlechtert sich die familiäre Atmosphäre zunehmend. Die einzelnen Familienmitglieder geraten immer mehr unter Druck. In der Folge ist das Herbeiführen positiver Veränderungen ohne eine professionelle Unterstützung, wie die aufsuchende Familientherapie, nicht zu realisieren. Die Familien verlieren oft den Blick für das, das gut funktioniert und Energie spendet. An dieser Problematik knüpft die aufsuchende Familientherapie an, indem sie die Ressourcen innerhalb des Familiensystems in den Blick nimmt und fördert. Darüber hinaus soll die aufsuchende Familientherapie die Familienmitglieder zu einer Übernahme der Eigenverantwortung motivieren. Eine Erweiterung der Interaktionsmuster sowie eine Verbesserung der Kommunikationsstruktur wird angestrebt. Des Weiteren soll die aufsuchende Familientherapie eine funktionale Familienhierarchie schaffen. Die aufsuchende Familientherapie erfolgt zumeist im Haushalt der Familie, kann jedoch auch in den Praxisräumen von FRAME stattfinden. Die Dauer einer aufsuchenden Familientherapie beträgt etwa sechs bis neun Monate. Durchgeführt wird die aufsuchende Familientherapie in der Regel von einem paritätisch besetzten Co-Therapeuten-Team. Die hiesigen Mitarbeiter haben eine DGSF/SG-zertifizierte systemische Zusatzausbildung absolviert. Die aufsuchende Familientherapie arbeitet somit mit systemischen Ansätzen. Neben der Arbeit mit der gesamten im Haushalt lebenden Familie kann die aufsuchende Familientherapie auch in einzelnen Terminen mit den Eltern oder den Kindern stattfinden. Die aufsuchende Familientherapie wird nach einem vereinbarten Fachleistungsstundensatz mit dem zuständigen Jugendamt abgerechnet. Ein maßgeblicher Unterschied zur Sozialpädagogischen Familientherapie besteht darin, dass die aufsuchende Familientherapie auf einen betreuenden Anteil verzichtet. Somit erweist sich die aufsuchende Familientherapie mit einem geringeren Stundenkontingent bisher als sehr effizient. Der zeitliche Rahmen der aufsuchenden Familientherapie sollte dementsprechend nicht zwei Face-to-Face Stunden (bei Co-Therapien vier Stunden) wöchentlich pro Familie übersteigen.

Mohammad Ouaarous

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Systemischer Familientherapeut (DGSF)
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